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Messenger Apps nutzt du täglich und über die Zeit tauschst du viele private Dinge aus. Deshalb ist wichtig die richtige App für deine digitale Kommunikation auszuwählen.

Das Vertrauen in WhatsApp ist zuletzt bei immer mehr Leuten gesunken und viele suchen nach einer WhatsApp Alternative. In diesem Beitrag erfährst du, ob du dich für Signal, Telegram oder Threema entscheiden solltest.

Alle drei versprechen zwar einen besseren Datenschutz, aber trotzdem gibt es zwischen den drei Messenger-Apps große Unterschiede. Die fassen wir jetzt für dich zusammen, zeigen die wichtigsten Vor- und Nachteile und alles was du zu Signal, Telegram und Threema wissen solltest. Bleib unbedingt bis zum Ende dran, dann wirst du wissen welcher Messenger am besten für dich ist und welcher unserer Meinung nach der Gewinner ist.

Datenschutz

Der größte Kritikpunkt an WhatsApp und der Hauptgrund, warum viele WhatsApp verlassen und zu einer anderen App wechseln, ist, dass WhatsApp zu einem großen Internetunternehmen gehört, dessen Geschäftsmodell es ist mit Nutzerdaten und Werbung möglichst viel Geld zu verdienen.

Wer steckt hinter den alternativen Apps Signal, Telegram und Threema? Und wie verdienen sie Geld? Das ist wichtig zu wissen, um besser einschätzen zu können, inwieweit man der App vertrauen kann und wie es beim Thema Datenschutz aussieht.

Alle drei Apps sind nicht im Besitz einer großen Tech-Firma. 

Signal ist nicht mal im Besitz eines Unternehmen, sondern hinter der App steckt eine gemeinnützige Organisation, die keine Gewinnerzielungsabsicht hat. Die Mitarbeiter und die Server bezahlt Signal von Spenden, die sie bekommen. Z.B. hat einer der beiden WhatsApp Gründer, der WhatsApp vor einiger Zeit nach Streit mit Facebook verlassen hat, einen größeren Betrag an Signal gespendet. 

Bei Telegram steckt ein Unternehmen, das Gewinne erwirtschaften muss. Für die Zukunft hat der Messenger bereits angekündigt, für bestimmte Features von Power-Usern und Business-Teams Geld zu verlangen. Z.B. für Premium-Sticker. Außerdem soll unaufdringliche Werbung eingebaut werden und zwar nur in größeren Telegram-Kanälen und nicht in Einzelchats. 

Auch Threema muss Geld verdienen. Hier ist allerdings der Ansatz die App kostenpflichtig zu machen. Für die Installation muss man aktuell knapp 4 Euro zahlen. 

Um genau zu verstehen, welcher Messenger am sichersten ist und den besten Datenschutz bietet, vergleichen wir jetzt kurz die wichtigsten Punkte:

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Bei allen Messenger-Apps außer bei Telegram haben die Chats standardmäßig die sehr wichtige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dadurch können die Nachrichten nur auf dem Gerät vom Sender und vom Empfänger gelesen werden. Bei Telegram muss man dafür jedes mal einen geheimen Chat starten und bei Gruppenchats geht es gar nicht. Das ist definitiv ein großer Nachteil bei Telegram. 

Metadaten

Metadaten spielen bei Messenger-Apps eine wichtige Rolle. Sie verraten in der Summe mehr über eine Person als man zunächst denken könnte. Wann warst du das letzte mal online? Mit wem schreibst du? In welchen Gruppen bist du? Welches Handy hast du? Usw. 

Beim Thema Metadaten sind WhatsApp und Telegram schwach. Bei Signal und Threema werden sogar auch die Metadaten verschlüsselt, es werden nur die notwendigsten Daten genutzt und nicht gesammelt. Signal entfernt sogar im Hintergrund die Metadaten von Fotos bevor sie verschickt werden. 

Open-Source

Um zu Überprüfen ob das Versprechen der Apps auf Sicherheit und Verschlüsselung auch wirklich stimmt, ist es wichtig dass die Software Open Source ist und so von unabhängigen Leuten jederzeit einsehbar ist. Signal und Threema sind Open Source und zeigen sich transparent. Auch hier wieder sind WhatsApp und Telegram schwächer. Bei Telegram ist zwar ein Teil Open Source, aber vieles auch nicht. Was z.B. auf deren Servern abgeht, weiß man nicht so genau. 

Registrierung

Um sich bei WhatsApp, Telegram und Signal anmelden zu können, braucht man eine Telefonnummer. Da man eine Sim-Karte nur nach Verifizierung bekommt, sind Telefonnummern im Normalfall einer bestimmten Person zugeordnet. Deshalb ist bei diesen 3 Messengern keine komplett anonyme Registrierung möglich. Nur bei Threema ist eine Anmeldung ganz ohne persönliche Daten möglich, man bekommt dann dort eine Threema ID. 

Server

Die Nachrichten werden Threema und Signal nicht auf Servern gespeichert. Bei WhatsApp zwar auch nicht, allerdings landen die Backups auf Servern. Bei Telegram werden standardmäßig alle Nachrichten permanent auf den Servern gespeichert, da es sich um eine Cloud handelt. Ausnahme sind hier wieder die geheimen Einzelchats, die man vorher aktivieren muss.

Bei Threema ist es stark, dass der Dienst ausschließlich auf eigenen Servern in der Schweiz läuft. Signal ist ein super sicherer Messenger, der z.B. auch vom Whistleblower und Privacy-Guru Edward Snowden oder kürzlich Erfolgsunternehmer Elon Musk empfohlen wurde. Als Kritikpunkt beim Datenschutz wird allerdings ab und zu erwähnt, dass sie Server-Dienste in der USA nutzen und deshalb durch den Cloud Act US-Behörden Zugriff gewähren müssen. Das ist aber aus unserer Sicht kein so relevanter Punkt, da Signal schlichtweg außer Telefonnummer gar keine Daten weiter von dir hat. 

Fazit

Beim Datenschutz sind also Threema und Signal die klaren Gewinner, wobei Threema wahrscheinlich sogar noch knapp vor Signal ist. Wenn dir Datenschutz und Privatsphäre wichtig ist, dann ist Telegram leider keine gute Alternative zu WhatsApp. Allerdings dadurch, dass Telegram keine so hohe Priorität auf Datenschutz legt, können sie bei einigen Features mehr bieten als die sicheren Messenger. 

Features

Alle Messenger-Apps haben die wichtigsten Features integriert. Gruppenchats, Sprachnachrichten, Dateien und Sticker versenden, Sprach- und Videoanrufe. 

Gruppenanrufe gibt es nur aktuell bei Threema nicht. Dafür gibt es dort ein praktisches Umfragen-Feature für Gruppen. 

Bei Signal kannst du auf bestimmte Nachrichten mit Emojis reagieren und bevor du Fotos verschickst, kannst du mit einem Fingertipp Gesichter automatisch verwischen. Du kannst Notizen an dich selbst senden, um sie z.B. mit gekoppelten Geräten zu teilen. Auch hier kannst du verschwindende Nachrichten mit einen Timer einstellen. Zudem kannst du einmal ansehbare Medien versenden. 

Bei Telegram kannst du extrem große Gruppen erstellen, hast dort mehr Möglichkeiten den Nutzern verschiedene Berechtigungen zu geben und es gibt z.B. auch einen Langsammodus, wodurch Nutzer eine bestimmte Zeit warten müssen bevor sie eine neue Nachricht schicken können. Du kannst über Telegram Chats Dateien bis zu 2 GB versenden, was deutlich mehr ist als bei den anderen Messengern. Du hast sehr viele Einstellungsmöglichkeiten auch um das Design der App individuell anzupassen. Es gibt sehr viele coole auch animierte Sticker. Durch die eben erwähnte datenschutzunfreundliche Cloudspeicherung der Nachrichten, funktioniert das Wechseln und Einloggen zwischen verschiedenen Geräten problemlos. Neben Gruppen gibt es auch Kanäle, wo die Admins den Followern Infos zukommen lassen können, ähnlich wie auf Social Media Plattformen. Zudem können zu den Konversationen Bots hinzugefügt werden, die verschiedene nützliche Dinge automatisch ausführen können und z.B. wenn ein Nutzer einen Befehl verschickt, eine bestimmte Information senden. Aber auch dadurch leidet wieder der Datenschutz.

Was Signal, Threema und Telegram im Vergleich zu WhatsApp nicht haben, ist das Status-Feature, wo du Bild- oder Videoclip-Updates an alle deine Kontakte senden kannst. 

Alle Messenger-Apps können auch am Computer genutzt werden. 

Beim Thema Features ist also Telegram auf Platz 1 und bringt immer am schnellsten neue Features und ist dabei auch am innovativsten. Zuletzt hat aber auch Signal viele Updates mit guten neuen Features rausgebracht und holt gegenüber WhatsApp stark auf. 

Nutzerfreundlichkeit

Grundsätzlich ähneln sich alle Messenger Apps ziemlich. Und wenn du mit WhatsApp vertraut bist, dann wird dir die Bedienung auch bei Signal, Telegram und Threema sehr einfach fallen. Das Design ist bei Signal sehr minimalistisch und bei Telegram sieht alles vielleicht etwas besser und kompletter aus. 

Verbreitung

Der große Vorteil von WhatsApp gegenüber den Alternativen und der Grund warum viele nicht wechseln wollen, ist das fast alle Kontakte WhatsApp haben und nur wenige haben Telegram, Signal oder Threema. Was nützt mir eine gute und sichere Messenger-App, wenn ich dort nur mit 10% meiner Freunden und Familie chatten kann. Erfahrungsgemäße ziehen aber viele Freunde mit, wenn man mitteilt, dass man jetzt nur noch z.B. über Signal erreichbar ist. Vor allem wenn du noch ein bisschen Überzeugungsarbeit leistest, indem du z.B. dieses Video mit ihnen teilst. 

Zuletzt haben, bedingt durch die neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp, sehr viele Leute eine neue Messenger App installiert. Am beliebtesten war hier Signal, die in den App Charts deutlich vor Telegram und Threema waren. Durch den Nutzeransturm hatten sie allerdings auch Probleme, ihren Service stabil am Laufen zu halten.

Nach WhatsApp hat mittlerweile auch Telegram schon eine ziemlich große Nutzerbasis, aber wie gesagt hat Signal da zuletzt stark aufgeholt.

Bei Threema ist die Verbreitung am schlechtesten. Das liegt natürlich auch daran, dass die App nicht kostenlos ist und knapp 4 Euro kostet. Dadurch fällt vielen der Wechsel und das Ausprobieren schwieriger. Auch Freunde oder Verwandte dafür zu motivieren, wird sicherlich komplizierter sein. 

Zusammenfassung

Jetzt fassen wir noch die wichtigsten Vor- und Nachteile der einzelnen Messenger-Apps zusammen und sagen dir, wer in unseren Augen die beste Wahl ist. 

Auf dem dritten Platz der besten WhatsApp Alternativen ist für uns Telegram. Die App ist vom Design sehr schick und vom Featureumfang kann keine andere Messenger-App mithalten. Das hat aber leider auch seinen Preis und der Datenschutz ist deutlich schlechter als bei der Konkurrenz. Da Privatsphäre und z.B. die sehr wichtige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an erster Stelle bei einer Messenger-App stehen sollten, sehen wir Threema und Signal als bessere WhatsApp-Alternativen. 

Auf dem zweiten Platz ist für uns Threema. Beim Datenschutz ist die App absolut top und kann sogar anonym ohne Telefonnummer genutzt werden. Zudem werden ausschließlich eigene Server in der Schweiz benutzt. Der Nachteil ist, dass sie knapp 4 Euro kostet und dadurch auch keine große Verbreitung hat. Freunde und Verwandte zum Wechsel zu motivieren, dürfte hier ziemlich schwierig sein. 

Deshalb ist auf Platz 1 für uns der Signal-Messenger. Der hat den Datenschutz als oberste Priorität. So sollte es bei einer Messenger App auch sein. Signal wird von einer Non Profit Organisation geführt, was den Vorteil mit sich bringt, dass sie kein Geld verdienen müssen. Zuletzt hat die App auch viele Updates und neue Features erhalten, sodass du keine wichtigen Funktionen im Vergleich zur Konkurrenz vermissen wirst. Außerdem scheint Signal gerade sehr beliebt zu sein und die Nutzerbasis wächst rasant.

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, dann teile ihn mit deinen Freunden. So kannst du bestimmt noch mehr Personen zum Wechseln motivieren 🙂