Corona-Warn-App: Alles was du wissen musst!

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Die groß angekündigte Corona-Warn-App ist ab sofort verfügbar. Alles was du dazu wissen musst, wie z.B. was die App bringt, wie sie funktioniert, wie viel Akku sie verbraucht und wie es mit der Sicherheit aussieht, schauen wir uns in diesem Beitrag an.  

Was bringt die App?

Die Corona-Warn-App soll Nutzer schnellstmöglich informieren, wenn sie Kontakt zu einer COVID-19 infizierten Person hatten. Dadurch sollen Infektionsketten schneller erkannt und unterbrochen werden, wodurch die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden kann. Bisher haben Mitarbeiter von den Gesundheitsämtern versucht, diese Infektionsketten zurückzuverfolgen und Leute zu benachrichtigen. Die App automatisiert quasi den Prozess und macht das ganze viel schneller und effektiver.

Es ist natürlich kein Allheilmittel gegen das Coronavirus, aber es wird schon als eine wichtige Maßnahme eingestuft und könnte dazu führen, dass mehr Einschränkungen aufgehoben werden und eine eventuelle zweite Infektionswelle abgemildert wird.

Wie funktioniert das?

Die Corona-Warn-App misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth LE mit welchen anderen Nutzern dieser App es einen Kontakt von näher als ungefähr 2 Metern über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger gab. Der Ort der Begegnung wird also nicht erfasst, sondern nur mit wem es Kontakt gab. Das geschieht anonym über IDs, wobei ein Framework von Google und Apple verwendet wird, und die Speicherung erfolgt nur lokal auf dem jeweiligen Handy für 14 Tage. Wenn ein Anwender innerhalb dieser 14 Tage sich als infiziert meldet, was um Missbrauch zu vermeiden nur mit einer TAN oder einem QR-Code vom Testlabor geht, können alle anderen Nutzer, die mit diesem neu infizierten Nutzer Kontakt hatten, gewarnt werden und die App gibt auch Empfehlungen was man dann tun soll, z.B. häusliche Quarantäne oder wo man sich in der Nähe testen lassen kann.

Grundsätzlich gilt aber natürlich, dass es Fehlalarme geben kann, also eine Warnung heißt nicht unbedingt, dass man infiziert ist. Z.B. erkennt die App nicht, wenn eine Glasscheibe zwischen zwei Nutzern ist. Und andersrum kann man auch infiziert sein, ohne eine Warnung bekommen zu haben. Die App soll weiter optimiert werden und in Zukunft soll das ganze auch im Ausland funktionieren. 

Ist die App sicher?

Das Prinzip dieser Kontaktverfolgungs-App kann natürliche einige Bedenken bezüglich Datenschutz, Privatsphäre und Überwachung auslösen. Grundsätzlich gilt natürlich eine 100 prozentige Sicherheit gibt es niemals und z.B. Hackerangriffe kann es immer geben. Allerdings kann man die App schon als sehr sicher bezeichnen und das Risiko für Nutzer ist gering. Der Code der App ist quelloffen und kann von allen auf der Plattform Github überprüft werden. Die App wurde also von vielen unabhängigen Leuten durchleuchtet. Experten wie z.B. der Chaos Computer Club oder TÜV bezeichnen die App als sicher. Zudem werden keine personenbezogene Daten gespeichert und die Daten die anfallen werden dezentral gespeichert also nicht zentral auf einem Server, wodurch es einen besseren Schutz vor Hackerattacken oder anderen Zugriffen gibt. 

Wie stark belastet die App meinen Akku?

Die App verwendet die Bluetooth Low Energy Technologie, die anders als bei z.B. drahtlosen Kopfhöreren oder Lautsprechern so gut wie keine Auswirkungen auf den Akku haben soll. Die Entwickler versprechen, dass sich der Akku mit Verwendung der App nicht schneller entlädt. 

Muss ich die App verwenden?

Nein. Es gibt keine Pflicht oder speziellen Anreize die App zu verwenden. Es soll komplett freiwillig sein und bleiben. Alles benötigt vorher deine Zustimmung. Z.B. kannst du auch die Übermittlung eines positiven Befundes ablehnen. Oder du kannst die App auch jederzeit deaktivieren oder wieder deinstallieren. 

Wie benutze ich die App?

Wenn du dich entscheidest die App zu verwenden, dann kannst du sie für Android oder iOS im PlayStore bzw. AppStore kostenlos herunterladen. Die App ist kompatibel ab dem iPhone 6s und ab iOS 13.5. Bei Android läuft die App ab Android 6. Unterschiede zwischen der Android und iOS App gibt es fast nicht.

Die Bedienung ist sehr einfach. Man bekommst zunächst ein paar allgemeine Infos und Hinweise zum Datenschutz. Um dann den Hauptzweck der App einzuschalten, muss man die Risiko-Ermittlung aktivieren. Also das ist die eben erklärte Abstandsmessung zu anderen Handys und damit anderen Nutzern. Das kann aber hier auch nicht aktiviert werden. Dann bekommt man nochmal eine Abfrage vom Betriebssystem, ob IDs zur Kontaktverfolgung ausgetauscht werden sollen. Dann bekommt man noch weitere Hinweise zur Nutzung der App, dass man einen positiven Test in der App melden kann und für das Allgemeinwohl sollte, aber nicht muss. Um Warnungen zu erhalten, muss man Benachrichtigungen erlauben. Und dann sind wir in der eigentlichen App, wo wir drei wesentliche Bereiche haben.

Oben sehen wir den Status der Risiko-Ermittlung. Ist sie aktiv, werden wie erklärt Begegnungen für 14 Tage anonym über IDs aufgezeichnet, um Nutzer warnen zu können, falls es einen Kontakt mit einem COVID-19 infizierten gab. Wir sehen hier wie lange die Risiko-Ermittlung aktiv ist und können sie hier auch jederzeit deaktivieren. 

Darunter bekommen wir eine Risikoeinschätzung. Das ist ein persönliches Infektionsrisiko auf Basis der Kontakte die du hattest. Das kann entweder ein unbekanntes Risiko, einniedriges Risko oder ein erhöhtes Risiko anzeigen. Wenn wir da drauf gehen, bekommen wir auch entsprechende Handlungsempfehlungen. 

Und beim dritten Bereich können wir, wenn wir einen Test auf COVID-19 gemacht haben, diesen registrieren und seinen Status abfragen. Bei einem positiven Test können andere gewarnt werden, um so Infektionsketten zu unterbrechen. Das geht durch Scannen eines QR Codes vom Testlabor oder Eingabe einer TAN, wo auch eine Hotline weiterhelfen kann.

Darunter haben wir noch ein paar Informationsmöglichkeiten und ganz unten noch die Einstellungen, wo die Risikoermittlung und die Benachrichtigungen deaktiviert oder aktiviert werden können.